30.5.06

Reflexion

Reflexion ist nach konstruktivistischem Lernverständnis ein wichtiger Faktor für den Lernprozess.
In den Aufgaben ist Reflexion bis jetzt eher wenig aufgetaucht. Beim selbst organisierten Lernen schon.
Ich hätte es gut gefunden, wenn an den Präsenztagen mehr Zeit für gezielte und moderierte Reflexion stattgefunden hätte. Die Selbsterfahrung von netzbasiertem Lernen ist aus meiner Sicht ein wichtiger Faktor unserer Ausbildung. Diese Erfahrung nun einfach der informellen und freiwilligen Reflexion zu überlassen finde ich schade und eigentlich unprofessionell, geht man von der Annahme aus, dass Sozialkompetenzen einen wichtigen Anteil der Lehrkompetenzen ausmachen.
In der Erwachsenenbildung oder in therapeutisch-sozialen Ausbildungen wird der Selbstreflexion ein grosser Stellenwert beigemessen. Weshalb nicht in der akademischen Welt? Beim Evaluieren, Diskutieren und Kritisieren hält man sich da weniger zurück.

Wichtige Erfahrungen tun manchmal auch weh oder sind einem etwas peinlich und werden nicht gerade am Abendessen diskutiert. Scharfsinnige Gedankengänge, angefangene Ideen entwickeln sich nicht einfach so. Manchmal brauchen sie Gebärhilfen, um sich zu entfalten. Das heisst konkret einen Rahmen, der unterstützt, beim Thema hält, nachfragt, verdichten hilft, etc.

Eine Möglichkeit wäre mit gezielten Fragestellungen den Prozess in Gang zu bringen, gemeinsam die Erkenntnisse zu sortieren, diskutieren und auszuwerten.
Spannend finde ich zu sehen, ob jemand die selben Situationen anstrengend erlebt hat oder gerade nicht. Was bei anderen eine bestimmte Aufgabenstellung oder ein Werkzeug ausgelöst hat. Gerade dieser Austausch hilft mir meinen Horizont zu erweitern, meine Sichtweise zu ändern oder zu schärfen.

Vielleicht schaffen wir das beim zweiten Mal.

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