
Faktor 6 fordert Synchronität. Ein auf die beiden Hirnhälften bezogenes, ausgewogenes Lernangebot.
Döring bemängelt bei vielen Lehrgängen die Konzentration auf die folgenden Punkte:
- Gliederungswut (zu viel logisch-analytisches Denken)
- Detailwut (zu starke Fixierung auf Einzelheiten)
- Sprachwut (zu starke sprachliche und begriffliche Vermittlung)
- Aufzählwut (zu starke lineare Orientierung bei Denkprozessen)
Es ist nicht erlaubt, logisch-analytische Denk- und Lernprozesse anzubieten es sei denn, es werden in enger Verbindung dazu auch gefühlsmäßig intuitive Prozesse aufgebaut und ermöglicht.
Vom Lehrgang her nicht erfüllt, bleibt den Teilnehmenden überlassen.
Es ist nicht erlaubt, in Lehr/Lernprozessen Detailwissen zu vermitteln es sei denn, es werden vor und nachrangig bzw. begleitend und parallel ganzheitlich und visuell ausgerichteteÜbersichten, Fachlandkarten, Zusammenhänge erarbeitet oder dargestellt.
Vom Lehrgang her rudimentär erfüllt. Es gibt sehr einfache Konzept-Maps und Detailgrafiken. In den technischen Studienbriefen hatte es teilweise Links zu Animationen bei der Lernsoftware Links zu Beispielen, welche aber leider nur teilweise funktioniert haben. Fachlandkarten oder Grafiken, welche den Stoff im grossen Zusammenhang einordnen fehlen in der Regel. Bilder welche den Stoff auf einer anderen Ebene illustrieren und als Hilfe dienen sind kaum je verwendet worden. Eine Ausnahme, die mir geblieben ist, ist eine Animation zum bildungstheoretischen Modell von Klafki in der die verschiedenen Typen von Bildung vorgestellt werden (materielle, klassische, etc.)
Es ist nicht erlaubt, in Lehr/Lernprozessen Sprache zu benutzen – es sei denn, alle wesentlichen (!) sprachlichen Lernangebote werden zugleich auf irgendeine Weise visuell
oder räumlich-ganzheitlich repräsentiert.
Vom Lehrgang her kaum erfüllt. siehe vorheriger Abschnitt.
Es ist nicht erlaubt, in Lehr/Lernprozessen lineare Lernangebote zu machen (z. B. Gliederungen, Auflistungen, Checklisten usw.) es sei denn, es werden damit in Verbindung stehende räumlich-visuelle Repräsentationen gefunden und offeriert.
Vom Lehrgang her nicht erfüllt.
Bei Faktor 6 besteht in Bezug auf das Modell von Döring grosser Verbesserungsbedarf.
Typischerweise wird oft der Lehrstil (und auch Prüfungsstil) übernommen, den man selber in seiner Lernbiografie überlebt hat, auch wenn er lerntheoretisch kaum mehr vertretbar ist. Im universitären Umfeld gilt dies zum Teil sogar als Qualitätszeichen. Ich höre dann Sätze wie Erwachsene sollten damit (gemeint ist eine total schlechte Präsentation, abgelesener Vortrag oder eintönige Vorlesung) umgehen können. Spielerische, lustvolle und abwechslungsreiche Lehrveranstaltungen werden gerne der Volksschule zugeordnet mit dem unausgesprochenen Urteil: Kinderzeug, nicht hochschulwürdig, mindere Qualität etc.

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