20.10.05

Zellen-Ursuppe

Ein Bild des gestrigen Abends -
1. Gruppenchat, Kommunikation im virtuellen Dreikampf.

Alle treiben in der Ursuppe der Kommunikation, tauchen auf und wieder unter kontrolliert und unkoordiniert, die Nichtschwimmer klammern sich an die Schwimmerinnen, jemand versinkt, treibt ab, wird vom Blitz getroffen, zufällige und beabsichtigte Kontakte entstehen, dann wieder Luft schnappen, zurück auf's Festland der realen Welt, Vergnügen gepaart mit Frust.

Das Spiel ist das Ziel

Bilder: www.gamenight.com/ html/Games/ursuppe.htm

17.10.05

Gedachtes im Chat

Der folgende Auszug aus dem Chatprotokoll vom 17.10.05 ist für mich ein gutes Beispiel, wie wir gemeinsam Gedanken zu unserem Lernen und unserer Rolle dabei entwickelt haben. Etwas das mir alleine viel schwerer gefallen wäre.
[…]
Thomas: ich mache mir auch so gedanken, wie ich mich organisieren soll
[…]
Peter: ich habe schon an eine kombination blog und wiki gedacht
Peter: könnte man auch als gruppe machen
Peter: blog alleine und wiki gemeinsam
Peter: blog für lineares, nachdenken und so
Peter: wiki für die infos
Peter: das vernetzte
Peter: und zum suchen eine suchfunktion im wiki
Peter: sollten unsere progammiererinnen doch
Peter: hinkriegen oder
Thomas: elisabeth ist auf alle fälle voll auf der höhe
Thomas: ein wiki für zusammengefasste infos wäre sicherlich hilfreich
Thomas: dabei wäre aber die struktur sehr wichtig
Thomas: die suchfunktion alleine ist nicht so viel wert
Thomas: glaube ich$
Peter: also in der wikipedia finde ich sie sehr gut
Peter: ich habe an so was gedacht
Peter: $
Thomas: suchfunktion ist schon gut, aber
Thomas: du musst dann genau wissen, wonach du suchst
Thomas: sonst nützt dir das gar nichts
Thomas: ein gut strukturiertes Inhaltsverzeichnis
Thomas: das einen überblick verschafft ist mir mehr wert$
Peter: ich würde beides nicht gegeneinander ausspielen
Peter: gebe dir voll recht
Peter: aber wenn wir die richtigen stichworte verwenden
Peter: diese kommen ja in unseren
Peter: gemeinsamen unterlagen vor
Peter: haben wir schon viel erreicht für die
Peter: scufunktion
Peter: und das erstellen eines inhaltsverzeichznisses
Peter: ist auch sehr gut für den lernprozess$
Thomas: genau
Thomas: denkst du an ein gruppen bzw. zellen-wiki?
Peter: das thema könnte ja was für unseren ersten chat sein was meinst du?
Thomas: ja, das wäre ein gutes thema
Thomas: konkret
Thomas: mitmachen kann wer will$
Peter: könnten wir ja mal vorschlagen$
Thomas: bringst du das thema in den chat am mittwoch ein?
Peter: ja wenn du willst?
Thomas: sehr gut
Thomas: bin gespannt auf die meinungen der anderen
Thomas: bin sowieso gespannt auf mittwoch$
Peter: ja ich auch
Peter: habe mich gefragt
Peter: ob es sinnvoll wäre im voraus schon einige regeln abzumachen
Peter: aber ich bin ja nich tmoderator
Peter: auf der anderen seite
Peter: habe ich keine lust auf grosse s chaos
Peter: nur so als erfahrung$
Thomas: du bist den meisten wohl einen grossen schritt voraus
Thomas: ich habe gar keine ahnung, was am mittwoch
Thomas: das ziel sein soll
Thomas: einfach plaudern?
Thomas: das chaos erleben?
Thomas: etwas konkretes besprechen?
Peter: ausprobieren hat der axel gemeint$
Thomas: ausprobieren? also chaos
Thomas: 9 leute sind recht viel
Peter: genau
Peter: da wäre eine gute moderation gefragt
Peter: redelisten
Peter: einige absprachen über regeln
Peter: und traktanden mit zeitbeschränkung
Peter: $
Thomas: richtig. jetzt weiss ich das auch
Thomas: allerdings sind wir beide nicht moderator
Peter: kennst du doch von ada
Thomas: oder macht es sinn das einfach so zu
Thomas: übernehmen?
Thomas: Ich bin über die consumer-rolle ganz froh
Thomas: $
Peter: ich bin mir nicht ganz schlüssig
Peter: manchmal finde ich die rolle gut und bequem und legitim
Peter: auf der andernenseite
Peter: finde ich die aktive rolle auch nötig
Peter: es geht mir mehr draum nicht in die streberrolle
Peter: oder die rolle des weiss schon alles zu gelangen
Peter: in dem fall habe ich erfahrungen in anderen situtationen nciht.
Peter: das ist vielleicht auch eine ebene die man offen legen könnte$
Thomas: ich verstehe deine bedenken
Thomas: ist es möglich, das im chat mit 9 leuten offenzulegen?
Peter: NEIN
Thomas: es wird wohl eher wirr und hektisch
Thomas: das müsste vorgängig gemacht werden.
Thomas: würde das geschätzt
Thomas: oder als streber angesehen?
Thomas: schwierig zu sagen
Thomas: ich für mich
Thomas: werde mich mal zurückhalten
Thomas: ich habe sowieso die tendenz
Thomas: zu viel und zu schnell einzugreifen
Thomas: ich will aufpassen, dass ich mir nicht sachen auflade
Thomas: die ich dann nicht zufriedenstellend erfüllen kann
Thomas: manchmal habe ich ein helfersyndrom
Thomas: ich warte also einfach ab$
Peter: Es ist sicher eine chance
Peter: sich selber bei seinen mustern zu beobachten
Peter: ich persönllich habe deinen stil bis jetz immer als positiv
Peter: erlebt
Peter: das mit dem sich dinge aufladen
Peter: musst du natürlich selber wissen
Peter: aber ich finde alle sollte etwas beitragen und die qualität
Peter: sollte verhandelbar sein$
Thomas: was heisst die qualität sollte verhandelbar sein?
Peter: ich finde man kann auch etwas übernehmen und sagen, dass man nicht so viel zeit hat
Peter: dass man nicht alles bis ins detail genau machne kann
Peter: zub rechtschrteibung im protokoll
Peter: wenn jemand mehr ansprüche hat soll er den rest machen
Peter: oder man legt als gruppe die normen zuerst fest
Peter: es gibt immer mögllichkeiten
Peter: aber wenn wir auf hochglanz gehen statt auf erfahrungen machen
Peter: haben wir schnell ein zeitproblem$
Thomas: du hast recht
Thomas: super peter
Thomas: ich liebe solche diskussionen udn auseinandersetzungen
Thomas: weil sie
Thomas: für mich immer wieder neue denkanstösse bringen.
Thomas: erfahrung kommt vor hochglanz
Thomas: logisch, aber ich muss mir das immer wieder bewusst machen$
Peter: darf ich einen teil des chatprotokolls imblog verwenden oder fändest du das zu persönlich?
Thomas: kannst du gerne verwenden
Thomas: nichts dagegen$
Thomas: bei uns gibts abendessen
Peter: gut ich finde wir haben uns einem wichtigen aspekt des persönllichen lernens
Peter: genähert
Peter: und ich wünsche en guete
Thomas: ich melde aber vor mittwoch gerne noch einmal
Thomas: o.k.?
Peter: gut bis dann und prost$
Thomas: ciao$

Wert des Schreibens

Eigentlich bin ich sehr schreibfaul. Deshalb tut mir dieser Blog gut. Hoffentlich halt ich es durch immer wieder etwas zu notieren.
Normalerweise habe ich gerne Anfänge, initiere etwas, bringe es zum Laufen oder lese etwas, bastle an etwas herum, bis ich weiss wie es funktioniert. Sobald dieser Punkt erreicht ist, verliere ich das Interesse meist.
Ich bin aber nicht so stark im jahrelang etwas durchzuziehen, obwohl ich das auch kann und gemacht habe.

Aus diesem Grund ist der Blog auf vielfache Weise ein Versuch.
  1. Ich möchte sehen, wie lange ich es durchhalte den Blog zu führen.
  2. Was hemmt mich, was beflügelt mich?
  3. Meine Kursteilnehmenden müssen Blogs führen, nun kann ich mal sehen, wie das wirkt, was man damit machen könnte.
  4. Ich will schauen, ob das folgende Zitat von Luhmann stimmt oder unter welchen Bedingungen es stimmt.
"Ohne zu schreiben, kann man nicht denken; jedenfalls nicht in anspruchsvoller, anschlussfähiger Weise." - Kommunikation mit Zettelkästen. Ein Erfahrungsbericht, in N. Luhmann, Universität als Milieu, Bielefeld, 1992, Seite 53.

Auf Luhmann bin ich durch Elisabeth gekommen, vielen Dank!

Kontakte und Lernen

Ich habe heute mit mehreren Personen der Zelle Kontakte gehabt, Mails auf das gesendete pdf, kurzen Chat mit Elisabeth mit Hinweis auf einen Artikel von Keres zu "Online- und Praesenzelemente in hybriden Lernarrangements kombinieren" in der Bibliothek des Online Campus.
http://onca.online-campus.info/Bibliothek/BibDetail.asp?B_ID=592
Diese Kontakte sind für mein Lernen wichtig. Ich muss aufpassen, dass ich die anderen nicht per Chat störe, denn ich stelle fest, dass ich versucht bin, einfach so mal zu plaudern, um mehr über die Personen herauszufinden.
Gerne arbeite und tüftle ich alleine, aber der Kontakt und die Diskussion mit anderen gehört dazu. Aus diesem Grund freue ich mich auch darüber, dass die Personen in unserer Gruppe über so verschiedene Hintergründe und Erfahrungen verfügen.

Am besten lerne ich, wenn mein Wissen weitergeben kann. Deshalb bin ich vermutlich Lehrer und Dozent geworden.

16.10.05

Anfänge

Anfänge sind immer speziell, Schnittstellen zum Neuen, Vieles fällt noch auf, der Blick ist noch ungetrübt, anderseits wirken stereotype Sichtweisen noch viel stärker, dadurch erhält das Neue eine stärkere Kontur, die Details, die Differenzierung sind noch nicht so ausgeprägt.

Was ist mir aufgefallen?
Man siezt sich. Die Uni ist bescheidener vom Äusseren her als in Zürich, finde ich sympathisch. Die einen reden und fragen, die anderen hören zu, antworten. In beiden Kategorien hat es Personen, die mich interessieren.
Bei Frauen kommt es im ersten Augenblick mehr aufs Äussere an als bei den Männern, nach einem Gespräch ändert das aber. Bin eher erleichtert darüber.

Einige typische Zeichen der ersten Gruppenbildungsphase kann ich bei mir und anderen beobachten:
Viel Zeit für Soziales ist wichtig und wird von der Kursleitung auch so geplant und im Detail wahrgenommen.
Ich bin nicht besonders nervös.
Soziales ist wichtiger als Inhalt.
Eine gewisse Euphorie ist spürbar.
Alles Neue braucht viel Zeit und ist mit einer gewissen Unsicherheit verbunden.
Es bestehen Fragen. Die Antworten sind einerseits für die Klärung von Inhalten wichtig (Zeit, Ablauf, Form, etc.) anderseits dienen sowohl die Fragen wie die Antworten der Klärung von sozialen Zielen (Etablierung von Vertrauen, Herstellen von Kontakt, etc.)
Auch in diesen Bereichen war die Einführung gut strukturiert. Vortrag über den Ablauf, Fragerunde, Input der Studentin kurz vor Abschluss, Morgenrunde am Samstag.

Einführungen in Lernplattformen sind immer etwas schwierig. Aber das ist bei komplexen Systemen glaube ich immer so und gehört einfach dazu. Da muss man hindurch, wie durch die Mauer ins Schlaraffenland. Vielleicht ist jedoch unsere Methode mit Lernaufgaben und Zeit für individuelles Arbeiten etwas angenehmer und effizienter. Muss mal mit Axel darüber reden.

Das Abendessen mit der Gruppenbildung hatte etwas Zufälliges, Unbeholfenes und doch hat die Gruppenbildung gut geklappt. Die Aufgabe der Namensfindung ist fast schon genial für den Gruppenprozess. Manchmal klappt ein einfaches, wenig didaktisches Konzept bei Erwachsenen vielleicht besser als eine hochstrukturierte und gelenkte Aufgabenstellung. Vertrauen heisst das Wort der Stunde.
Interessant war, dass ich mit all den spannenden Leuten zusammengekommen bin, mit denen ich auch so gerne in der Gruppe gewesen wäre. Ich habe dieses Mal wenig aktiv bei der Gruppenwahl mitgemacht.
Schade hatte ich durch den Auftrag zur Namensfindung keine Zeit mehr fand mit Herrn Keres zu sprechen, aber das ergibt sich sicher noch einmal. Ich fand es sympatisch, dass er auch ans Abendessen gekommen ist.

Die Einführungstage waren für mich eine gute Mischung von wesentlichen Elementen. Die Tage waren zwar strukturiert, aber mit genügend Puffer und ohne spürbaren zeitlichen Druck.

Die Haltung der Leitung habe ich als erwachsenengerecht empfunden. Ich kann als selbstverantwortliche Person auf den Ablauf einwirken, meine Inputs haben eine Wirkung, ich kann aber auch in die passive Schülerrolle gehen, wenn ich will.

Die Heimfahrt war sehr angenehm und hat in der Diskussion mit Jürg und Thomas nochmals zur Klärung und Verarbeitung beigetragen, aber auch lang.

Und jetzt bin ich müde.