Anfänge sind immer speziell, Schnittstellen zum Neuen, Vieles fällt noch auf, der Blick ist noch ungetrübt, anderseits wirken stereotype Sichtweisen noch viel stärker, dadurch erhält das Neue eine stärkere Kontur, die Details, die Differenzierung sind noch nicht so ausgeprägt.
Was ist mir aufgefallen?
Man siezt sich. Die Uni ist bescheidener vom Äusseren her als in Zürich, finde ich sympathisch. Die einen reden und fragen, die anderen hören zu, antworten. In beiden Kategorien hat es Personen, die mich interessieren.
Bei Frauen kommt es im ersten Augenblick mehr aufs Äussere an als bei den Männern, nach einem Gespräch ändert das aber. Bin eher erleichtert darüber.
Einige typische Zeichen der ersten Gruppenbildungsphase kann ich bei mir und anderen beobachten:
Viel Zeit für Soziales ist wichtig und wird von der Kursleitung auch so geplant und im Detail wahrgenommen.
Ich bin nicht besonders nervös.
Soziales ist wichtiger als Inhalt.
Eine gewisse Euphorie ist spürbar.
Alles Neue braucht viel Zeit und ist mit einer gewissen Unsicherheit verbunden.
Es bestehen Fragen. Die Antworten sind einerseits für die Klärung von Inhalten wichtig (Zeit, Ablauf, Form, etc.) anderseits dienen sowohl die Fragen wie die Antworten der Klärung von sozialen Zielen (Etablierung von Vertrauen, Herstellen von Kontakt, etc.)
Auch in diesen Bereichen war die Einführung gut strukturiert. Vortrag über den Ablauf, Fragerunde, Input der Studentin kurz vor Abschluss, Morgenrunde am Samstag.
Einführungen in Lernplattformen sind immer etwas schwierig. Aber das ist bei komplexen Systemen glaube ich immer so und gehört einfach dazu. Da muss man hindurch, wie durch die Mauer ins Schlaraffenland. Vielleicht ist jedoch unsere Methode mit Lernaufgaben und Zeit für individuelles Arbeiten etwas angenehmer und effizienter. Muss mal mit Axel darüber reden.
Das Abendessen mit der Gruppenbildung hatte etwas Zufälliges, Unbeholfenes und doch hat die Gruppenbildung gut geklappt. Die Aufgabe der Namensfindung ist fast schon genial für den Gruppenprozess. Manchmal klappt ein einfaches, wenig didaktisches Konzept bei Erwachsenen vielleicht besser als eine hochstrukturierte und gelenkte Aufgabenstellung. Vertrauen heisst das Wort der Stunde.
Interessant war, dass ich mit all den spannenden Leuten zusammengekommen bin, mit denen ich auch so gerne in der Gruppe gewesen wäre. Ich habe dieses Mal wenig aktiv bei der Gruppenwahl mitgemacht.
Schade hatte ich durch den Auftrag zur Namensfindung keine Zeit mehr fand mit Herrn Keres zu sprechen, aber das ergibt sich sicher noch einmal. Ich fand es sympatisch, dass er auch ans Abendessen gekommen ist.
Die Einführungstage waren für mich eine gute Mischung von wesentlichen Elementen. Die Tage waren zwar strukturiert, aber mit genügend Puffer und ohne spürbaren zeitlichen Druck.
Die Haltung der Leitung habe ich als erwachsenengerecht empfunden. Ich kann als selbstverantwortliche Person auf den Ablauf einwirken, meine Inputs haben eine Wirkung, ich kann aber auch in die passive Schülerrolle gehen, wenn ich will.
Die Heimfahrt war sehr angenehm und hat in der Diskussion mit Jürg und Thomas nochmals zur Klärung und Verarbeitung beigetragen, aber auch lang.
Und jetzt bin ich müde.