31.3.06

Gender und Lernen

Ich beschäftige mich im Lehrgang nun schon eine Weile mit Lernen, Kommunikation, Didaktik und anderen Fragen, welche Menschen betreffen.
Interessanterweise bin ich bis jetzt wenig auf den Genderaspekt gestossen, ausser im Studienbrief Sozialpsychologische Aspekte netzbassierter Wissenkommunikation und als Hinweis, dass educational media ein good practice Gütesiegel für Gender Mainstreaming erhalten hat und um was es sich dabei in etwa handelt. Weitere Hinweise erhält man auf der Seite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (Hinweis: Axel der Link auf eurer Seite ist nicht mehr gültig).

Worum geht es dabei?
Zitat eM: Grundsätzlich meint das Konzept von Gender Mainstreaming, dass bei allen gesellschaftlichen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern von vornherein und regelmäßig berücksichtigt werden, da es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt.

Wir beschäftigen uns an der pädagogischen Hochschule Zürich natürlich ebenfalls mit der Thematik und diskutieren immer wieder, wie konkrete und pragmatische Massnahmen aussehen könnten. Dabei ist mir heute eine interessante Publikation, das Gender-Manifest in die Hände gefallen.

Es geht darin im Wesentlichen um die Frage: Zementiert die bestehende Art sich mit dem Thema auseinanderzusetzen nicht gerade die Stereotypen, dass Männer und Frauen grundlegend anders sind und deshalb Dinge nicht oder besser können als das andere Geschlecht, bzw. reduziert diese Sicht nicht gerade die Menschen auf zweidimensionale Wesen, die entweder so weiblich oder so männlich sind?
Aus dieser Sicht müssen dann in einer Gruppe immer gleich viele Frauen wie Männer sein, weil Frauen nicht über Kompetenzen verfügen können, welche in der Gruppe von den Männern übernommen werden - und umgekehrt.

Dieses Genderdenken/-handeln zementiere gerade das Klischee.

Das Gender-Manifest versucht Wege zu zeigen, wie mit den oben skizzierten Fragen umgegangen werden kann.

30.3.06

Der erweiterte Pferdebegriff und Schokoriegel


Könnte es sein, dass einer der grundlegenden Unterschiede zwischen Natur- und Geisteswissenschaften ihr Umgang mit der Sprache ist?

Entdeckt zum Beispiel eine Biologin ein neues Tier, erhält es einen neuen, eindeutigen Namen. Wird es von einem Pädagogen oder Didaktiker entdeckt, erweitert er kurzerhand den Pferdebegriff.

Wie praktisch das im Alltag ist, zeigt sich am erweiterten Batteriebegriff (Suter, Gedachtes, 2006). "Der Batteriebegriff, wie wir ihn verstehen, umfasst alle mobilen, auf chemischen Vorgängen basierenden Energiespeicher" (ebenda). Die Konsumentinnen und Konsumenten sind gebeten im Kaufhaus von jetzt an Schokoriegel bei den Batterien zu suchen.

29.3.06

Extras

Alle lieben Extras nicht nur Sally.

Auch Kursteilnehmer und Kursteilnehmerinnen lieben Extras, sie haben gerne Zeit für Forumsdiskussionen, Blogeinträge, Surfen im Netz, Lesen von Zusatzinformationen.

Sie hätten gerne Zeit - aber meist haben sie sie nicht!


Das ist vielleicht auch der Grund, weshalb die Foren leer sind, niemand wirklich diskutiert.
Alle finden das schade, bedauern es, so ist es eben. Die Studierenden machen nur, was sie müssen, nicht (nur) weil sie zu bequem sind. Sie haben noch andere Verpflichtungen, müssen Geld verdienen, Kinder betreuen, etc.

Aus der Sicht des Kurskonzepts, des Lernens, der Teilnehmenden und der Leitung wäre es gut, wenn mehr Zeit zur Verfügung stehen würde. Gibt es Lösungsansätze?

Eine Idee, die uns nach einem Theorietreffen gekommen ist, ist die folgende:

Die Studierenden können sich, wie für Lernaufgaben, eine gewisse Anzahl ECTS Punkte verdienen, in dem sie "Extras" sammeln und diese im Portfolio nachweisen. So könnte jemand mit Forenbeiträgen, Blogeinträgen, Linklisten oder andern Aktivitäten, die er/sie nachweist eine gewisse Anzahl Punkte erwerben.

In dem "Extras" gefordert und gefördert werden, wäre plötzlich Zeit für sie da. Der Ansatz ist konstruktivistisch und wenig gesteuert, was vielleicht ein zusätzlicher Reiz und Salz in der einförmigen Suppe der Lernaufgaben wäre.

25.3.06

Meilenstein Schlussreflexion zu Ada

Habe ich meine Lerneziele erreicht?
  • Termin 6.1.06: Ich habe das Buch von Peter Plantek virtual humans gelesen.
  • Ja
  • Termin 3.2.06: Ich habe eine einfache virtuelle Figur hergestellt.
  • Ja, sie ist leider von der Form her wirklich einfach geblieben. Ich hätte sie gerne optisch auch noch mehr gestaltet, vieleicht animiert oder mindestens in 3D hergestellt. Aber die Programme im Buch von Peter Plantek sind leider nicht mehr verfügbar. Das hat zur Folge, dass ich mit aufwändigen Programmen wie Poser hätte arbeiten müssen, was zwar spannend gewesen wäre, aber mein Zeitbudget gesprengt hätte. Die sprachliche Programmierung mit AIML, war spannend und hat das Lesen eines weitern Buches bedingt.
  • Termin 3.3.06: Ich habe meine Gedanken zu Einsatzmöglichkeiten von virtual humans im Schulbereich auf mindestens einer A4-Seite zusammengefasst oder in einer anderen Form publiziert.
  • Ja, auch dieses Ziel habe ich erreichen können und mit der fünfseitigen Zusammenfassung sogar übertroffen.

Ich bin zufrieden, dass ich meine Ziele erreicht und realistisch gesetzt habe. Es war schön, selber ein Thema wählen zu können, das mich interessiert hat. Ich finde es gut, dass ich mir etwas vorgenommen habe, das nicht primär einen Nutzen für mich hat, sondern, dass ich mich von meinem Interesse habe leiten lassen. Dadurch war ich immer gut motiviert. Das Thema ist auch jetzt noch interessant und ich könnte problemlos weiter daran arbeiten.

Problematisch waren für mich die technischen Hürden. Programme, die im Buch beschrieben worden sind, existieren nicht mehr, Alternativen sind zum Teil sehr aufwändig und teuer. Aber ich glaube ich habe einen guten Weg für mich gefunden. Das Thema konnte ich mir gut erschliessen und ich habe einen vertieften Überblick erhalten, sowohl in die technische, wie auch die psychologisch-soziale und gestalterische Seite.
Beim Programmieren bin ich aber auch an meine intellektuellen Grenzen gestossen. Es ist schon lange her, dass ich das gemacht habe und all die Bedingungsformeln sind für meine Begriffe relativ komplex. Ein englisches Manual und die nächtliche Arbeitszeit haben dabei nicht geholfen.

Am meisten hat mir gefallen, mich in die Thematik hineinzubegeben, zu suchen und Neues zu entdecken. Aber auch die Umsetzung hat Spass gemacht, zu sehen, dass etwas entsteht, zum Beispiel dass Ada dazu lernen kann, dass ich mit dem Programmieren Erfolg habe.

Schön wäre jetzt ein bisschen Zeit für den Austausch mit einigen Personen aus der Gruppe f2f bei einem guten Wein, einer Tasse Kaffee. Ich würde den Austausch geniessen, sehen und hören, was sie gemacht haben. Und dabei würde ich geniessen, dass die anderen mir ihr Projekt vorstellen und ich nicht alles übers Netz machen muss.

Die Aufgabe war für mich auf verschiedenen Ebenen sinnvoll.
  1. Ich habe wieder einmal erfahren, wie ich selbstorganisiert lernen kann.
  2. Als praktische Umsetzung des Studienbriefs fand ich die Übung wertvoll.
  3. Die inhaltliche Ebene hat mich sehr interessiert.
  4. Es war spannend zu sehen, wie viel Zeit ich brauche, um ein einfaches Projektchen umzusetzen. Das weiss ich zwar, aber auch hier, die Eigenerfahrung ist immer wieder gut. Wie oft wird Studierenden viel zu wenig Workload zugesprochen, um Aufgaben zu erledigen.
Mit den gewählten Zielen und der Aufgabenstellung bin ich nach wie vor zufrieden. Ich bin froh, dass ich die Ziele nicht zu anspruchsvoll gewählt habe.

Ich denke, dass ich selbstgesteuert und alleine lernen kann, wenn es die Rahmenbedingungen erfordern. Ich geniesse aber auch den Austausch mit anderen Personen. Termine und Vorgaben sind für mich hilfreich, vor allem als Initialzündung. Der Aufwand alles selber zu strukturieren ist doch recht beträchtlich. Meine gewählte Aufgabenstellung und Ziele sind für selbstgesteuertes Lernen ideal gewesen, da ich für dafür sowieso sehr viel selber hätte machen müssen, auch wenn ich im Team hätte arbeiten können.

Unterstützung durch mein Umfeld war auf inhaltlicher Ebene nicht nötig, wäre zwar schön gewesen. Unterstützung habe ich aber vor allem von meiner Partnerin erhalten, in dem sie mir viel Arbeit zu Hause abnimmt.

Die Zeit hat für das Erreichen der Ziel gereicht. Das Thema ist so weit und für mich immer noch interessant, dass ich problemlos mehr Zeit hätte investieren können. Ich habe mich recht stark an meinen Terminplan gehalten. Belohnungen für erreichte Teilziele habe ich mir keine zugesprochen, das war auch nicht nötig. Das Thema war interessant und der Erfolg beim Erstellen des Chatbots haben als Belohnung genügt.

Nun werde ich aber von Jürg eine schöne Film DVD erhalten, denn das haben wir in unserem Lernvertrag so vereinbart. ;-)

24.3.06

Ada 6 «Zusammenfassung virtual humans»


Hallo!








Download «Zusammenfassung virtual humans»

Bloggen, Kritik, Ironie und Lernen

Dieser Blog ist als Versuch entstanden. (siehe Anfangsbeitrag) Dass das Studienprogrammn dann nachträglich ebenfalls bloggen verlangt hat, war Zufall.


Welchen Wert hat das Bloggen eigentlich für mich erhalten? Ich stelle fest, dass ich viel schreibe, nicht immer sehr kluge Dinge, aber für meinen Lernprozess sind sie wichtig, sonst würde ich kaum so viel schreiben.
Ich glaube, dass der Blog neben echten Reflexionen auch eine Ventilfunktion hat. In Präsenzveranstaltungen kann ich mit meiner Nachbarin einen Blick austauschen und gespielt gelangweilt das Gesicht verziehen, ich kann in der Pause über das Programm oder die Leitung lästern. Das geht alles nicht in diesem Lernsetting, das sehr viel aus Einzelarbeit und isolierter Einzelarbeit besteht. Aus diesem Grund suchen sich die Emotionen einen anderen Weg. Es gibt den Austausch über Chat oder über Skype, aber eben auch über meinen Blog. Hier entstehen dann emotionale Beiträge.
Meist weisen die ironisch gefärbten Texte darauf hin, dass irgendwo im Thema ein Ärger versteckt liegt, aber manchmal sind sie einfach Ausdruck einer lustvollen Streitlust.
Die Auseinandersetzung mit einem «Ärgerthema» ist aus verschiedenen Gründen für mich spannend:
  1. Ich werde den Ärger meist auf lustvolle Weise los.
  2. Der Ärger weist potentiell auf einen kognitiven Konflikt hin, der mich weiterbringen könnte.
  3. Der Ärger wird offen dargelegt und erreicht manchmal auch die Tutor/innen. Das führt zu Reaktionen (siehe Pt.4) Manchmal führen diese sogar zu Änderungen.
  4. Ich erhalte auf Ärgerthemen mehr Rückmeldungen als auf andere Beiträge. Diese stellen das Thema dann wieder in ein anderes Licht, verstärkend oder korrigierend.
  5. Ich kann rückblickend im Blog nachschauen, was mich beschäftigt hat.
  6. Ich erkenne meine eigenen Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer in den Beiträgen, was mir hilft meine Mentoren- oder Tutorenrolle besser wahrzunehmen.
Problematisch ist die relative Offenheit eines Blogs und die schriftliche Form. Besonders bei ironischen oder bei sarkastischen Beiträgen, die primär eine Ventilfunktion haben, kann das schwierig sein. Sie können jemanden ungewollt verletzen, kränken, sie können aber auch das Bild vermitteln, dass ich dauernd am Meckern und Kritisieren bin. Und ich muss mir natürlich die Frage gefallen lassen, wie ich es besser machen würde.
Doch das wollen diese Beiträge ja gerade nicht. Sie wollen einfach etwas loswerden, auch etwas Unausgegorenes, Tendenziöses, Freches oder Dummes. Denn darin liegt der Wert der Ventilfunktion.

Dass sich diese Beiträge mit anderen mischen, die ernster und unironisch daherkommen, macht die Sache nicht einfacher. Darauf weist aber der Titel meines Blogs hin.

PS: Auf diesen Beitrag (auch wenn er nicht ironisch geschrieben ist) hätte ich jetzt gerne einige Reaktionen. :-)

21.3.06

Podcasts


Letzte Woche haben wir einen Workshop zu Podcasts gemacht, in dem wir unsere Erfahrungen mit Podcast in der Aus- und Weiterbildung gezeigt und weitergegeben haben. Während 5 Wochen musste auch ein Teil der Teilnehmenden in meinem Nachdiplomkurs AdA ICT Podcasts produzieren. Die Technologie ist interssant, vielseitig einsetzbar und vor allem kann sie auch sehr lustvoll sein.

Wer sich für die Technologie interessiert kann sich bei mir melden.

Hier ein Müsterchen einer Persiflasche trendigen Radios, das einer der Kursteilnehmenden hergestellt hat. Der Download erfolgt aus urheberrechtlichen Gründen nicht mit einem xml-file via iTunes, sondern direkt als mp3-file aus dem Netz.


Andys Lounge "In Clubs"

Andys Lounge "Skiing"

Web 2.0 - Streit ums Internet der Amateure

Damit ich auch einmal etwas zum web 2.0 publiziere hier ein Link (Titel anklicken) zu einem Artikel aus dem Tages-Anzeiger vom 20.3.06, der das Thema in Form eines Streitgesprächs abhandelt.



Weitere Links zur Debatte

* Kevin Kelly, «We Are the Web»,
* Tim O’Reilly, «What Is Web 2.0», www.oreillynet.com/lpt/a/6228
* Dan Gillmor, «We the Media», www.oreilly.com/catalog/wemedia/book/index.csp
* Nicholas G. Carr, «The Amorality of Web 2.0», www.roughtype.com/archives/2005/10/the_amorality_o.php
* John C. Dvorak, «Web 2.0 Baloney», go.pcmag.com/dvorak

19.3.06

Nutzen von Cognitive Tools in den Studienbriefen

Achtung Beitrag kann Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten, zu Wirkungen und Nebenwirkungen konsultieren Sie die Studienbriefe.

Ich weiss nicht, wie es anderen Studienteilnehmer/innen mit den MindMaps im Anhang der Studienbriefen geht, aber für mich sind es eher Alibiseiten. Ich stelle mir immer vor, die Studienbriefe werden an externe Fachleute vergeben und diese erhalten dazu ein Raster, das verlangt, dass als Standard auch eine einfache MindMap dazu gehört.



Ich selber mache mir gerne eine MindMap als Übersicht zum Thema, aber ein bisschen mehr in die Tiefe gehen muss die Übersicht schon. Dass da einfach die Überschriften der Kapitel stehen finde ich für mich dann doch etwas dürftig. Dabei helfen auch aussagekräftige Titel wie Schlussteil und Information zur Orientierung nicht besonders. Gehe ich davon aus, dass mit MindMaps "Lerninhalte in einer Form visualisiert werden, die der Wissensrepräsentation im menschlichen Gehirn ähnelt", muss ich mich fragen, wie man/frau sich die Wissensrepräsentation in meinem Gehirn genau vorstellt.

Interessanterweise beginnt die grafische Übersicht für mich als "Von links-oben-Leser" mit Punkt 6 Schlussteil, was ich zuerst als eher falsch beurteilt habe. Nach längerem Nachdenken ist mir jedoch klar geworden, dass in meinem Gehirn ja links in der rechten Hirnhälfte abgelegt wird (vereinfacht gesagt natürlich) aber es handelt sich hier ja auch um eine einfache MindMap.

Und zum Schluss noch ein Verweis, der hoffentlich den Stellenwert dieses Beitrags ins richtige Licht stellt.

17.3.06

netucate die x-te zum Zweiten- Reflexionen zur Sitzung

Da bin ich wieder. Mein Lieblingstool ist gestern wieder einmal zu seiner Höchstform aufgelaufen. Netucate ist schon fast zu einem running gag geworden. Ich möchte aber trotzdem versuchen eine einigermassen unironische Analyse der Sitzung zu machen.

Dabei finde ich die Frage interessant, ob das Tool Netucate die Tendenz hat eine bestimmte Art von Sitzungen und Sitzungsverläufen zu provozieren. Chat zum Beispiel verleitet ja von seiner Art her auch eher zum Plaudern, Persönliches auszutauschen oder während einer Sitzung zu tuscheln und Quergespräche zu führen. Foren werden kaum je für Quergespräche gebraucht, auch ein Wiki nicht. Die These wäre also nicht so abwegig.

Was ist mühsam an den Netucatesitzungen?
  • Netucate hat die Tendenz Frontalunterricht zu provozieren.
  • Bei Teamarbeiten mit Audio ist das System grossen Audioqualitätsschwankungen ausgesetzt. Die Audioverbindung ist jedoch eine kritische Grösse, die über die Möglichkeit der Zusammenarbeit bestimmt.
  • Das System ist generell bis jetzt für einzelne Teilnehmer/innen instabil gewesen.
  • Beim Reden ist der Audiofeedback-Kanal nicht frei. Das heisst ich rede ins Leere. Das Fehlen von meta- und paraverbalem sprachlichem Feedback, wie es beim Telefonieren oder Skypen der Fall ist, erschwert die Kommunikation. In Gruppengesprächen multipliziert sich dieses Phänomen noch.
  • Sitzungen mit mehr als 4 Personen, welche frontal abgehandelt werden, sind träge, was zu Quergesprächen im Chat führen.
Um den genannten Punkten entgegenzuwirken, können die folgenden Strategien angewendet werden.
  • Nur kurze frontale Einheiten durchführen.
  • Sitzungen gut vorbereiten. Das heisst Sitzungstraktanden mit Vorschlägen. So dass sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen bereits im Vorfeld ihre Meinung bilden können. Alternative Vorschläge der Teilnehmenden bereits vor der Sitzung einholen und als Teil der Vorbereitung verschicken.
  • Während der Sitzung nur das besprechen, was nötig ist. Das Dilemma besteht hierbei aber darin, dass dies vermehrt zu straffer Führung und frontaler Moderation führt.
  • Audioteil lieber in ein anderes Tool, wie Teamspeak, verlagern.
  • Komplexe Meinungsbildung allenfalls ebenfalls auslagern in ein Forum.
  • Den Quergesprächen vorbeugen, indem vermehrt in Kleingruppen diskutiert wird. Das muss ebenfalls nicht zwangsläufig in netucate stattfinden, sondern kann in Chat oder Skype verlagert werden, welche weniger störungsanfällig sind. Es stellt sich jedoch die Frage, was überhaupt in den Kleingruppen diskutiert werden soll.
Abschliessend lässt sich sagen, dass der Gebrauch von Netucate für mich immer noch mit sehr vielen Fragezeichen behaftet ist. Wir könnten uns auch fragen, ob wir nicht unser Kooperationsverhalten ändern könnten. Da wären die folgenden Punkte zu erwähnen.
  • Wir reden weniger mit. Das heisst wir überlassen die Organisation der Person, welche die Hauptverantwortung jeweils trägt. Damit lernen wir verschiedene Stile kennen und ersparen uns einen Grossteil der Diskussionen. Das verlangt aber, dass wir unsere persönliche Meinung in den Hintergrund stellen und uns auf Lösungen von jemand anderem einlassen können.
  • Wir klären besser, wer überhaupt die Moderation übernimmt. Bis jetzt war mir nie recht klar, ob jetzt Axel oder die Person aus unserer Gruppenliste moderiert. Eigentlich bin ich immer davon ausgegangen, dass wir selber moderieren, da wir das üben sollten. In Realität hat aber meist ein Moderationsmix stattgefunden.
  • Eine klare Rollentrennung wäre sicher hilfreich, würde Unsicherheiten beseitigen und erlauben seine Rolle (wie sie auch immer definiert ist) entsprechend wahrzunehmen.
  • Dabei sollte die Person, welche die Vorbereitungen macht, die entsprechenden Mails verschickt und den Ablauf plant auch die Moderation übernehmen.

netucate die x-te - Reflexionen zur Sitzung

Hallo hört ihr mich überhaupt? Jemand da? Ah ich habe den Floor? Mein Netz ist im Augenblick sehr langsam?

Ich hör dich sehr schlecht?
Geht mir auch so.








Der Teilnehmer hat sich verabschiedet.

11.3.06

Erkenntnisse zu Zusammenfassungen



Schon wieder etwas gelernt.

Zusammmenfassungen sind viel sinnvoller, wenn sie durch die Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer gemacht werden und nicht durch mich.

Diese werden selbst aktiv, was eine zusätzliche Festigung des Stoffes bewirkt und ich erhalte ein Feedback, was die Teilnehmenden verstanden haben. Falls es etwas zu korrigieren gibt, kann ich das immer noch machen. Alle erhalten eine Zusammenfassung, welche in anderen Worten präsentiert wird, als ich das könnte und machen würde. Dies kommt der Heterogenität der Lernenden zusätzlich entgegen.
Besonders gut finde ich die Rolle in die ich als Kursleiter gerate. Ich kann die Teilnehmerinnen und Teilnehmer loben, ihre Zusammenfassung schätzen und lerne dabei erst noch ihre Sichtweise kennen.

Dank an die Tutorinnen und Tutoren




Auf Anregung von Elisabeth und mir haben die Tutorinnen und Tutoren den Versuch gewagt, die Aufgabenstellungen zu den Studienbriefen so zu gestalten, dass auch mehr kooperative Formen möglich sind, welche die Ausseinandersetzung mit der Materie zusätzlich fördern, den Austausch über die Landesgrenze begünstigt und den unterschiedlichen Erfahrungs- und Wissenstand (Vigotsky) bzw. die unterschiedliche Sichtweise der Teilnehmenden nutzt (Piaget). Der Kunde nimmt das Angebot sehr gerne wahr.

Ganz herzlichen Dank

Medienkritik

Ich merke schon, ich laufe langsam wieder zu meiner kritischen Form auf, was gleichzeitig auch ein Zeichen von Studierlust ist. Ziel meiner durchaus liebevollen Kritik sind die Grafiken im Studienbrief Didaktik und Methodik.

Wie ich voller Freude lesen konnte, bin ich als Studierender der Kunde und stehe im Mittelpunkt jeglichen didaktischen Tuns. Beim Bade in der Kompetenzwanne konnte ich weiter zur Kenntnis nehmen, dass unter dem Aspekt "methodische Professionalität und Qualität" fachliche Kompetenzen nicht nur auf der theoretischen, sondern gerade auch auf der praktischen Ebene nicht nur gewünscht, sondern gefordert sind. Dies mit dem Ziele dem Kunden, ich nehme an auch dem schwierigen Kunden, wie ich es einer bin, als besondere Herausforderung zu dienen. 1)
Und ebendiese Kompetenzen im Umgang mit Grafiken liessen sich aus Kundensicht durchaus noch verbessern. Findet dieser Kunde doch neben excellenten, gross geschriebenen und deutlich lesbaren Grafiken, pixlige, klein gedruckte und für seine alten Augen schwierig zu lesende Abbildungen, die eine gewisse Diskrepanz zwischen Inhalt und Form des Studienbriefs erkennen lassen. Denn merke: Erwachsene Teilnehmende nehmen kaum etwas so übel wie einen Widerspruch zwischen Worten und Taten. (K.W. Döring, Studienbrief Didaktik und Methodik, S. 25, 2006)

1) An dieser Stelle sein angemerkt, dass sich der Kunde in der Zwischenzeit die Kunst der verschachtelten und doppelt verneinten Satzkonstruktionen einiger Studienbriefautoren bis zu einem gewissen Grad angeeignet hat, in der hoffentlich nicht ganz unberechtigenten Annahme, damit den erforderlichen Eindruck zu erzeugen einfache Sachverhalte genügend komplex formulieren zu können, um als ernsthafter Student druchgehen zu können.

Ferien, Studiums- und Bloggertief


Es ist Zeit wieder einmal einen Eintrag zu schreiben. Neben den Ferien im Engadin hatte ich aber auch ein Studiums- und damit verbunden ein Bloggertief, das jetzt langsam wieder verschwindet. Allerdings, wie beim Wetter, sind die Tiefs abhängig von den Druckverhältnissen. Aber wie der Engländer sagt: There is no foul weather - only inadequate clothing.