14.5.06

Information als Grad der Unwahrscheinlichkeit

Information im Sinn der mathematischen Informationstheorie (Shannon, Waever, 1949) definiert sich als Grad der Unwahrscheinlichkeit einer Auswahl aus möglichen Entscheidungen.

In anderen Worten: Je genauer eine Information, desto unwahrscheinlicher ist es, dass ich sie per Zufall errate. Bei einer Menge von 10'000 Zahlen ist die Information die Zahl heisst 7 genauer als die Information die Zahl liegt zwischen 1 und 10. Es ist schwieriger genau 7 zu erraten, als eine Zahl im Bereich zwischen 1 und 10 zu erraten.

Bei den Theorien, welche die Wirkung von Medien beschreiben, ist eine verwandte Tendenz festzustellen - nämlich: Je komplexer das Modell, desto beliebiger. Eine Theorie, welche alle Faktoren in einem System berücksichtigen will, wird beliebig und hat praktisch keine Aussagekraft mehr.

Peterssen hat geschrieben, dass der Wert eines Modells darin besteht, dass es einen Aspekt besonders herauspickt, diesen dafür genau beschreiben kann. Und das im Wissen, dass es noch ander Aspekte gibt, welche im Augenblick vernachlässigt werden.

Ich beginne zu verstehen, welchen Wert diese Aussage hat. Im Diagramm zum integrierten Gratifikationsmodell der Mediennutzung kann man beispielhaft sehen, wohin es führt, wenn man alle Faktoren in einem komplexen System berücksichtigen will.


Das Fazit aus dem Modell heisst: Mediennutzung ist von allem abhängig - stimmt genau - nur hilft das im konkreten Fall nicht viel weiter.

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