4.3.07

Wenn es nicht geht …

dann kommt bei mir rasch der Ärger. ich weiss schon, dass das nicht sein sollte - ist es aber eben doch. Immerhin erlebe ich dann wieder einmal, wie meine Kursteilnehmer/innen allenfalls reagieren, was bei ihnen ablaufen könnte.

Aber das ist dann ein schwacher Trost, wenn ich eigentlich Resultate sehen möchte, wie zum Beispiel jetzt, wo ich die Vollversion des Dokuments «Personelle Organisation» aus der Online Bibliothek des Campus herunterladen möchte, was mir im Studienbrief angeboten wird, aber es einfach nicht geht. Das Dokument wird zwar schön mit Metadaten beschrieben, die Hilfe meint, ich müss nur auf den Dateinamen klicken, um das Dokument zu speichern, aber es ist kein Dateiname vorhanden.

Im Netz bin ich mittlerweilen so verwöhnt oder gewöhnt daran, dass alles sofort klappen muss, sofort bestellen, sofort herunterladen, sofort Infos finden, sofort mailen, sofort, sofort, sofort … Das Netz macht ungeduldig, Vorspuren einer Abhängigkeit oder Sucht?
Was auch immer, ich hoffe, dass der Download bald klappt und zwar sofort!

21.2.07

Ich, als externer Faktor des Leistungsprozesses




Beim Durcharbeiten des Studienbriefs "Bildungsmarketing" habe ich bei mir Zeichen von Widerstand und Unmut festgestellt. Diese haben sich so geäussert, dass ich die Materie anfänglich nur sehr widerwillig aufgenommen habe. Zeichen des Widerstands sind auch die vorherigen Blogeinträge. Ich denke, dass der Widerwillen und der Unmut davon herkommen, dass die Begriffe, welche im Text verwendet werden für mich in diesem Kontext ungewohnt sind. Im pädagogischen Bereich ist es eher verpönt von Menschen als Faktoren zu sprechen, und das, was in der Schule, Uni oder Fachhochschule geschieht, aus der Sicht des Marktes, der Wirtschaft zu benennen.

Das bedeutet nicht, dass es schlecht ist, dies zu tun. All zu oft wird in der Pädagogik oder in der Schule mit schwammigen Begriffen und pseudosozialen Argumenten verschleiert, was wirklich abläuft. Sogar oder besonders die Notengebung ist oft ein völlig undurchsichtiger Prozess, der durch das vermeintlich klare Ergebnis in Form einer Zahl, vorgibt objektiv und gerecht zu sein.

Trotzdem beschleicht mich ein ungutes Gefühl beim Durchlesen des Studienbriefs. Vielleicht deshalb, weil die Marketingsprache diejenige Sprache ist, in welcher in den letzten Jahren leider oft menschenverachtende Massenentlassungen oder Gewinnoptimierungen mitgeteilt worden sind. Eine Sprache, in der versprochen wird Bildung in einem Seminar oder Wordkurs zu lernen, weckt bei mir Misstrauensreflexe.

Nach diesen Erkenntnissen über meine Widerstände, fällt es mir bereits leichter, mich mit dem Inhalt des Briefes auseinander zu setzen und den Wert der Marketingsichtweise zu sehen.

Bildungsbegriff im Marketing


Nachdem Sie diesen Beitrag gelesen haben, sind Sie gebildet!

Ähnlich wie bei der Werbung, besteht auch im Marketing die Tendenz zur Schönung des Produkts. Wird im Studienbrief "Bildungsmarketing" Bildung für

  • Schulungsleistung zu einem komplexen Anlagegut,
  • Händlerseminare
oder
  • Produkteschulung
verwendet, wird der Bildungsbegriff auf die Vermittlung von Fertigkeiten wie: Wiedergeben, Bedienen, Anwenden oder bestenfalls Verstehen reduziert. Ob die Schulung des Personals zur Bedienung eines Magnetresonanztomografen tatsächlich schon Bildungsvermittlung ist, darüber lässt sich streiten. Wenn Bildung als Serviceinstrument interpretiert wird, hat das meiner Meinung nach mit einer sehr marketing- und werbelastigen Sicht auf Bildung zu tun, die wenig mit dem Bildungsbegriff von Klafki, von Humboldt, Fichte oder Kant zu tun. Aspekte wie Persönlichkeitsbildung, Integration in die Gesellschaft, Ethik oder Moral werden dabei völlig ausgeblendet.
Es wäre in diesem Zusammenhang vielleicht besser etwas bescheidener von Aus-, Fort- oder Weiterbildung zu sprechen.

Quelle Bildungsdreieck: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Bildungsdreieck.png

Realisierungspanne


Auch die Studienbriefe sind nicht gefeit vor wunderbaren Druckfehlern. Hier ein Beispiel aus "Bildungsmarketing", Version 6.2.2007, Seite 33:
Bildungsmarketing weist eine sehr grosse Realisierungspanne auf. […] Die Methodenvielfalt sollte jedoch niemanden davon abschrecken, seine eigenen Erfahrungen mit der Implementierung des Marketings zu machen.

Die Vielfalt möglicher Marketingpannen ist in der Tat gross, wie aufmerksame Beobachter/innen im Alltag unschwer entdecken können. Auch grosse Firmen - oder vielleicht gerade grosse Firmen sind nicht davor gefeit.
Im Gegensatz zu diesem Lehrgang, wo Pannen (bei eigenen Aufgaben oder im Lehrgang) für mich selbst eine gute Möglichkeit des Lernes darstellen, sind Pannen im Berufsalltag kaum wünschbar.

Bildquelle: http://www.riekmann.prohosting.com/magazin/buick_nationals_in_deutschland_2001/panne.jpg


14.1.07

Observatorium


I proudly present: "Das Observatorium"



Mein Medienprojekt ist in eine nächste Phase übergegangen. Die Umsetzung hat begonnen. Am Dienstag werde ich im Fachbereich den Blog Observatorium präsentieren. Während der Betaphase möchte ich den Blog mit einer beschränkten Gruppe von Fachbereichsmitgliedern führen und Erfahrungen sammeln. Dazu habe ich Personen aus den verschiedenen Bereichen ausgewählt und angefragt. Aber der Blog steht allen offen, die gerne mitmachen möchten, niemand soll ausgegrenzt werden.
Das Wiki, welches mit dem Blog zusammenhängt ist noch viel weniger weit gediehen. Aber es soll langsam wachsen, um sich den Bedürfnissen der Dozierenden anpassen zu können. Da alle wenig Zeit haben, soll zu Beginn nicht zu viel verlangt oder vorausgesetzt werden.

11.1.07

mp3 der Zeit

Das Jing und Jang des Lernens ist eine Kunst. Auf jeden Fall für mich. Und ich bin immer noch am Schrauben und Justieren. Wie viel Kopf- und Computerarbeit verträgt es?
Ich musste letzen Sommer feststellen, dass ich mich viel zu wenig bewege, keine Freunde mehr habe, die Anzahl meiner Kinoabende gegen null gesunken ist und die Konzeptmaps in den Studienbriefen als Ersatz für Museumsbesuche hinhalten müssen.
Eine für mich wirklich gute Gegenmassnahme war die Anschaffung eines Birdys. Ich fahre damit morgens zum Bahnhof, falte es mit 4 Griffen zusammen, hop in die S-Bahn, in Zürich wieder aufgeklappt und ins Büro damit. Am Abend fahre ich mit dem Birdy die 25km nach Hause. Weil ich nicht wesentlich mehr Zeit für die Velofahrt als die Zugfahrt brauche, verbrauche ich keine Extrazeit für Sport, die mir sonst wo fehlen würde.
Als Kinoersatz bin ich auf DVDs umgestiegen, deren Konsum ich als kombinierte Belohnung-Entspannung, als gemeinsame Zeit mit Kindern und/oder Partnerin bzw. kulturelle Aktivität abbuchen kann.
Das Ganze ist eine Miniaturisierung und Verdichtung oder gewissermassen ein mp3-Verfahren für meine verfügbare Zeit.

Lernaufgaben abarbeiten

Die einen Lernaufgaben sind für mich eher Fleissaufgaben, die ich mechanisch abarbeiten muss, als Aufgaben, die mich zur Auseinandersetzung mit dem Thema zwingen.
Damit das nicht nur so ist und ich motivierter bin, versuche ich mir zusätzliche Überlegungen anzustellen oder mit jemandem über die Lösung zu diskutieren.
Meist führt das zu erhöhtem Interesse und auch zu mehr Lernzuwachs. Ich gehe zum Beispiel mit Jürg durch den Park und wir diskutieren, ob es sinnvoll ist rein monetäre Berechnungen zur Rentabilität von eLearning-Veranstaltungen zu machen.
Wir kommen zum Schluss, dass die Rahmenbedingungen, die weichen Faktoren eine grosse Rolle spielen und die Sache wird immer spannender. Welche Rahmenbedingungen sind wichtig, wie spielen die Emotionen, Motivation etc. eine Rolle, wovon hängt der Erfolg der Weiterbildung ab? Welches sind die Ziele der Weiterbildung? Ist eine billige Weiterbildung das Ziel? Wie kann die Effizienz und Effektivität gemessen werden und wie wirkt sich das wieder finanziell aus?

Was heisst das für die Aufgabenstellung der Lernaufgaben? Ich vermute, dass es besser wäre zusätzlich zur reinen Reproduktion oder Produktion von Lösungen bei den Lernaufgaben auch eine persönliche Einschätzung, eine Bewertung der Resultate von den Studierenden machen zu lassen. Das vertieft die Auseinandersetzung mit dem Thema und fördert die kritische Betrachtungsweise der eigenen Lösung.