10.8.07

business communication philosophy 2.0

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30.7.07

Die dreistöckige Diskussion


Und hier wieder einmal ein virtueller(?) Beitrag zu einem virulenten Problem in realen Studienbriefen und nicht nur dort.

virtuell
der Möglichkeit nach vorhanden, nur gedacht, scheinbar (Bertelsmann, die neue deutsche Rechtschreibung; 1996)

Virtualität spezifiziert also ein gedachtes oder über seine Eigenschaften konkretisiertes Objekt, das zwar nicht physisch, aber doch in seiner Funktionalität oder Wirkung vorhanden ist. Mit anderen Worten: Dinge, die offensichtlich nicht existieren, wirken so, als ob sie existieren, oder wirken zumindest auf vergleichbare Weise. (Wikipedia, 30.7.2007)

Mit diesen Definitionen und der Bedeutung von virtuell haben viele Leute, auch solche mit realer universitärer Bildung ihre Mühe. Und wie häufig in der deutschen Sprache (und nicht nur da) setzt sich mit der Zeit die Menge gegen die Qualität durch.

Wird nur oft genug von virtuellen Arbeitsgruppen oder virtuellen Diskussionen gesprochen, wird - etwas salopp gesprochen - der Ort des Objekts zur Eigenschaft des Objekts.
Nur weil eine Diskussion in einem dreistöckigen Haus stattfindet, ist sie noch lange keine dreistöckige Diskussion. Weshalb soll also eine Arbeitsgruppe, welche sich im virtuellen Raum trifft, plötzlich virtuell sein? Was geschieht mit den selben Personen, wenn sie sich an einem Konferenztisch oder einem Firmenanlass treffen? Wechseln sie nun plötzlich von virtuell zu real und eine Woche später wieder zurück zu virtuell, wenn sie sich in einem Gruppenchat treffen?

In der Praxis hilft die Ersatzprobe mit scheinbar in den meisten Fällen. Ein virtueller Raum ist ein scheinbarer Raum, kein richtiger Raum. Er wirkt zwar wir ein Raum, kann aber nicht berührt werden, schützt nicht vor Regen. Eine Arbeitsgruppe ist nur dann virtuell, wenn sie nicht die selbe Wirkung hat und den selben Gesetzen unterliegt, wie eine wirkliche Diskussion. Das kann zum Beispiel in einem Spiel, wie die SIMS der Fall sein. Eine Diskussion zwischen Mitarbeiter/innen der Firma IBM, bei denen sich die realen Personen im virtuellen Raum treffen ist jedoch sehr real, hat reale Auswirkungen, wird bezahlt, löst (allenfalls) reale Probleme und kann auch sehr authentische Gefühle auslösen.

Die Schwierigkeit beim Begriff der Virtualität besteht darin, dass das virtuelle Objekt in vielen Punkten wirkt, wie das echte, aber eben nicht in allen. Ein virtuelles Feuer wärmt nicht, sieht aber vielleicht täuschen echt aus. In einem virtuellen Raum kann ich als virtuelle Figur herumgehen, aber nicht als echte. Als echte Person kann ich den Raum erkunden, sehen, aber nicht wirklich berühren. Er besteht nicht aus normalen Baustoffen, wirkt nur so. Mit ein bisschen nachdenken findet man den Dreh meist - wie bei diesem Bild einer ............ Torte im virtuellen Raum.

Bildquelle: http://www.baeckerei-bulgrin.de/

25.7.07

Unsorgfältige Studienbriefe 2 - Literaturhinweise

Und wenn ich schon dabei bin zu motzen - ein weiteres Hindernis oder Ärgernis sind falsche oder unvollständige Literaturhinweise in den Studienbriefen.
So wird zum Beispiel im Studienbrief "Einführung in das Wissensmanagement", Seite 5 zwar auf (Reinmann-Rothmeier, 2002, S.3) oder (Probst und Romhardt 2003) verwiesen, aber in der zitierten Literatur im Schlussteil sind keine Publikationen zu finden, die mit den Angaben übereinstimmen.

Schade, denn die beiden genannten Publikationen hätte ich gerne einmal aus der Bibliothek ausgeliehen und etwas genauer angeschaut.

Bildquelle: http://www.fdp-koeln.de/index.php?l1=9&l2=0&l3=1&aid=3015

24.7.07

Hilfreiche Hierarchien - unsorgfältige Studienbriefe

Beim Lernen für Prüfungen zeigt sich immer wieder wie hilfreich gut geschriebene und sorgfältig strukturierte Studienbriefe sind. Sie ersparen viel Zeit beim Lernen.

Andere Briefe, zu denen zum Beispiel der Brief ”Bildungsplanung in der lernenden Organisation" gehören, vermischen Hierarchien, stiften damit Verwirrung und zwingen zu zeitraubender Klärung der Abläufe. Die Vermutung, dass hier unter Zeitdruck einfach ein bisschen von da und dort mit Copy-Paste aus anderen, eigenen Publikationen gerabeitet worden ist, liegt nahe. Das ist aus den oben genannten Gründen schade, weil die Studienbriefe einen wichtigen Bestandteil der Wissensvermittlung im Lehrgang darstellen.

Beispiel
Im Unterkapitel 4.1 Zielbildung des oben genannten Briefs werden 7 Prozessstufen nach Decker aufgelistet:
1. Zielsuche
2. Operationalisierung der Ziele
3. Zielanalyse und -ordnung
4. Prüfung und Realisierbarkeit
5. Zielentscheidung
6. Durchsetzung der Ziele
7. Zielüberprüfung und - revision

In weiteren Unterunterkapiteln wird nun von Punkt 1 bis 3 jeder Punkt genauer erläutert. Die Punkte 4 - 7 fallen weg, erscheinen aber wieder als Unterkategorien von Punkt 3. Dabei wird wieder auf Decker Bezug genommen.
Wie schon in früheren Briefen ist es in solchen Fällen hilfreicher das Original (z.B. Kerres oder hier eben Decker) zu lesen, weil in den Originalbüchern der Autoren sorgfältig mit den Strukturen umgegangen wird.

Ein weiteres Vorgehen, das für Verwirrung sorgt, ist die inkonsistente Verwendung von Begriffen und Modellen. Für den Lernenden macht es wenig Sinn, wenn in einem Brief die Phasen des Bildungsmanagementprozesses nach Decker in 7 Phasen verlaufen im folgenden Brief, der sich in den wesentlichen Punkten auf Decker bezieht, die Phasen in anderer Terminologie und in 9 Punkte unterteilt werden.

Beim Studium von Unterlagen die sich mit optimaler Bildungsplanung, Wissensmanagement und Nachhaltigkeit von Bildungsmassnahmen beschäftigen, wird einem als Leser wieder einmal der Unterschied zwischen der Theorie in den Briefen und der harten Wirklichkeit der tatsächlichen Vermittlung klar.

Als positives Beispiel unter den aktuellen Studienbriefen wären "Klassiker der Medientheorie" oder "Einführung in das Wissensmanagemen" zu erwähnen. Aus den älteren Briefen, die ebenfalls klare Gliederungen und Abläufe beschreiben müssen, ist der mir Brief von Döring "Didaktik und Methodik" immer noch in guter Erinnerung.

11.7.07

Spambots abschrecken


Auf einer der Seiten der Uni Duisburg unter einem Blog gefunden:

Bitte geben Sie die Buchstaben / Zahlen aus der obigen Grafik ein (soll Spambots abschrecken).

Ich stelle mir vor wie die Spambots durchs Netz schleichen und plötzlich auf folgende Buchstabenkombination treffen : SsJMVo
Abgeschreckt durch den schieren Anblick dieser absurden Kombination von Buchstaben oder den majestätische Imperativ HALT HIER WIRD NICHT GESPAMT, welchen die Buchstaben verkörperen, ziehen sich die Spambots leise winselnd in ihre düsteren Ecken im weiten Internet zurück um etwas später andere Blogs ohne abschreckenden Buchstabenschutz anzugreifen.

Bildquelle: Der Schrecken aus der Meerestiefe http://www.super-8-hobby.de/rezent291.htm

16.4.07

Achtung ein unwissenschaftlicher Beitrag!

Manchmal - und gerade jetzt ist so ein Moment - geht mir das ganze wissenschaftliche Gelaber gewaltig auf den Keks. Auslöser dazu ist der Artikel über die Medienverwahrlosung.
Es geht dabei um die schon oft und immer wieder auftauchende Frage, ob Medienkonsum die Verrohung und Gewalttätigkeit fördern.
Und alles, was ich im Augenblick von Seiten der Expert/innen aus dem Medienpädagogiklager lese, ist immer wieder die selbe Leier: Achtung vor dem bewahrpädagogischen Zeigefinger! Schon seit Rousseaus Zeiten werde so argumentiert, bei jedem neuen Medium von neuem, von den Postmans, Spitzers und wie sie alle heissen. Dabei habe nie gezeigt werden können, dass ein direkter monokausaler Zusammenhang zwischen Medienkonsum und Gewalt bestehe. Wir müssten da differenziert an die Sache herangehen, nichts und niemanden verteufeln, verärgern, in die Pflicht nehmen oder zur Verantwortung ziehen. Das alles wäre viel zu unwissenschaftlich, zu wenig differenziert.

Aber vielleicht ist es einfach auch zu risikoreich, zu unbequem, zu unangenehm einmal etwas zu fordern, für etwas hinzustehen, das nicht ganz hieb und stichfest bewiesen ist. Das Gegenteil, nämlich dass kein Zusammenhang besteht, dass es unbedenklich ist mit 9 Jahren harte Pornos zu konsumieren, oder mit 11 brutale Hinrichtungen auf YouTube zu sehen, ist auch nicht bewiesen, wie so vieles andere in der Elfenbeinturmwelt der pädagogischen Wissenschaft. Und das liegt in der Natur der Sache Mensch. Es gibt meist keine direkten monokausalen Zusammenhänge, sondern alles ist leider und Gott sei Dank immer komplex und wir wünschten uns manchmal die einfachen Lösungen herbei.
Nur weil es diese oft nicht gibt, jedoch gar nichts zu machen oder schwammige Allgemeinplätze zu verbreiten, ist aber auch keine Lösung.
Wo bleiben denn die wirklich guten Alternativen, die mehr bieten als heisse Medienpädagogenluft? Wo sind die Grenzen, die nicht überschritten werden sollen, was wird denjenigen Personen empfohlen, die sich in einer realen, direkten Situation befinden, in der sie handeln müssen und auf klare Antworten warten. Wieviel Fernsehegewalt und wieviel Internetsex ist denn noch zumutbar? Was sage ich meinem Kind? Was soll es und was nicht? Wer sollte denn hier eine Antwort wissen, wenn nicht die Medienpädagogen?
Wer eine klare Antwort wagt, wird schnell in die Bewahrpädagogenecke gestellt und damit als wissenschaftlich unhaltbar abqualifiziert. Nur keine Strafen, nur keine klaren Aussagen, auf denen ich behaftet werden kann. Es lebe das differenzierte Nullrisiko-Medien-Expertentum!

Es gibt aber viele andere Professionen, von denen auf komplexe Fragestellungen klare Entscheide gefragt sind. Entscheide, die immer auch ein Risiko beinhalten. Soll man operieren oder nicht? Soll man ja stimmen oder nein? Soll man investieren oder nicht? Soll man die Stelle nehmen oder nicht? Soll man die Beziehung eingehen oder nicht?
Zum Glück warten die meisten nicht auf den Zeitpunkt, an dem alle Faktoren definitiv wissenschaftlich analysiert und der Zusammenhang klar bewiesen ist, sonst wären wir schon längst verblutet, vereinsamt, verarmt, arbeitslos oder ausgestorben.

So das wär's jetzt! Ich weiss, es war undifferenziert und wenig wissenschaftlich, viel zu emotional und vielleicht auch kindisch. Aber es hat so richtig gut getan.

Bildquelle: http://www.lettl.de «die Experten»

Achtung: Dieser Beitrag kann Spuren von Sarkasmus und Ironie enthalten.

7.3.07

Hol dir


«Hol dir!» begegnet mir im Augenblick inflationär und ist aus meinem Alltag nicht mehr wegzudenken.
Die Steigerung heisst: «Hol dir jetzt !» und in der
Audio-Version ist es wichtig, dass «Hol dir!» von einer tiefen, sportlich-männlichen Stimme gesprochen wird. Am besten wirkt eine Mischung zwischen Arzt- und Trainer-Stimme.

Hol dir das neue W850i, hol dir den Frische Kick, hol dir den Ballermann, hol dir Lara in der Edelbox oder

Hol´ Dir den offiziellen
Waldmeister Sause Edelweiß Videotrailer.

Wäre doch auch interessant für den Arzt oder Apotheker: Hol dir jetzt den Schnupfen 07! oder Hol dir den neuen Grippevirus H244LX!
Vielleicht müsste auch der Studiengang die Zeichen der Zeit besser erkennen: Hol dir jetzt die neue Lernaufgabe l042_kalz_einfwm.pdf!

Wie auch immer ich hol mir jetzt den neuen Espresso 08.45.