19.3.06

Nutzen von Cognitive Tools in den Studienbriefen

Achtung Beitrag kann Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten, zu Wirkungen und Nebenwirkungen konsultieren Sie die Studienbriefe.

Ich weiss nicht, wie es anderen Studienteilnehmer/innen mit den MindMaps im Anhang der Studienbriefen geht, aber für mich sind es eher Alibiseiten. Ich stelle mir immer vor, die Studienbriefe werden an externe Fachleute vergeben und diese erhalten dazu ein Raster, das verlangt, dass als Standard auch eine einfache MindMap dazu gehört.



Ich selber mache mir gerne eine MindMap als Übersicht zum Thema, aber ein bisschen mehr in die Tiefe gehen muss die Übersicht schon. Dass da einfach die Überschriften der Kapitel stehen finde ich für mich dann doch etwas dürftig. Dabei helfen auch aussagekräftige Titel wie Schlussteil und Information zur Orientierung nicht besonders. Gehe ich davon aus, dass mit MindMaps "Lerninhalte in einer Form visualisiert werden, die der Wissensrepräsentation im menschlichen Gehirn ähnelt", muss ich mich fragen, wie man/frau sich die Wissensrepräsentation in meinem Gehirn genau vorstellt.

Interessanterweise beginnt die grafische Übersicht für mich als "Von links-oben-Leser" mit Punkt 6 Schlussteil, was ich zuerst als eher falsch beurteilt habe. Nach längerem Nachdenken ist mir jedoch klar geworden, dass in meinem Gehirn ja links in der rechten Hirnhälfte abgelegt wird (vereinfacht gesagt natürlich) aber es handelt sich hier ja auch um eine einfache MindMap.

Und zum Schluss noch ein Verweis, der hoffentlich den Stellenwert dieses Beitrags ins richtige Licht stellt.

17.3.06

netucate die x-te zum Zweiten- Reflexionen zur Sitzung

Da bin ich wieder. Mein Lieblingstool ist gestern wieder einmal zu seiner Höchstform aufgelaufen. Netucate ist schon fast zu einem running gag geworden. Ich möchte aber trotzdem versuchen eine einigermassen unironische Analyse der Sitzung zu machen.

Dabei finde ich die Frage interessant, ob das Tool Netucate die Tendenz hat eine bestimmte Art von Sitzungen und Sitzungsverläufen zu provozieren. Chat zum Beispiel verleitet ja von seiner Art her auch eher zum Plaudern, Persönliches auszutauschen oder während einer Sitzung zu tuscheln und Quergespräche zu führen. Foren werden kaum je für Quergespräche gebraucht, auch ein Wiki nicht. Die These wäre also nicht so abwegig.

Was ist mühsam an den Netucatesitzungen?
  • Netucate hat die Tendenz Frontalunterricht zu provozieren.
  • Bei Teamarbeiten mit Audio ist das System grossen Audioqualitätsschwankungen ausgesetzt. Die Audioverbindung ist jedoch eine kritische Grösse, die über die Möglichkeit der Zusammenarbeit bestimmt.
  • Das System ist generell bis jetzt für einzelne Teilnehmer/innen instabil gewesen.
  • Beim Reden ist der Audiofeedback-Kanal nicht frei. Das heisst ich rede ins Leere. Das Fehlen von meta- und paraverbalem sprachlichem Feedback, wie es beim Telefonieren oder Skypen der Fall ist, erschwert die Kommunikation. In Gruppengesprächen multipliziert sich dieses Phänomen noch.
  • Sitzungen mit mehr als 4 Personen, welche frontal abgehandelt werden, sind träge, was zu Quergesprächen im Chat führen.
Um den genannten Punkten entgegenzuwirken, können die folgenden Strategien angewendet werden.
  • Nur kurze frontale Einheiten durchführen.
  • Sitzungen gut vorbereiten. Das heisst Sitzungstraktanden mit Vorschlägen. So dass sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen bereits im Vorfeld ihre Meinung bilden können. Alternative Vorschläge der Teilnehmenden bereits vor der Sitzung einholen und als Teil der Vorbereitung verschicken.
  • Während der Sitzung nur das besprechen, was nötig ist. Das Dilemma besteht hierbei aber darin, dass dies vermehrt zu straffer Führung und frontaler Moderation führt.
  • Audioteil lieber in ein anderes Tool, wie Teamspeak, verlagern.
  • Komplexe Meinungsbildung allenfalls ebenfalls auslagern in ein Forum.
  • Den Quergesprächen vorbeugen, indem vermehrt in Kleingruppen diskutiert wird. Das muss ebenfalls nicht zwangsläufig in netucate stattfinden, sondern kann in Chat oder Skype verlagert werden, welche weniger störungsanfällig sind. Es stellt sich jedoch die Frage, was überhaupt in den Kleingruppen diskutiert werden soll.
Abschliessend lässt sich sagen, dass der Gebrauch von Netucate für mich immer noch mit sehr vielen Fragezeichen behaftet ist. Wir könnten uns auch fragen, ob wir nicht unser Kooperationsverhalten ändern könnten. Da wären die folgenden Punkte zu erwähnen.
  • Wir reden weniger mit. Das heisst wir überlassen die Organisation der Person, welche die Hauptverantwortung jeweils trägt. Damit lernen wir verschiedene Stile kennen und ersparen uns einen Grossteil der Diskussionen. Das verlangt aber, dass wir unsere persönliche Meinung in den Hintergrund stellen und uns auf Lösungen von jemand anderem einlassen können.
  • Wir klären besser, wer überhaupt die Moderation übernimmt. Bis jetzt war mir nie recht klar, ob jetzt Axel oder die Person aus unserer Gruppenliste moderiert. Eigentlich bin ich immer davon ausgegangen, dass wir selber moderieren, da wir das üben sollten. In Realität hat aber meist ein Moderationsmix stattgefunden.
  • Eine klare Rollentrennung wäre sicher hilfreich, würde Unsicherheiten beseitigen und erlauben seine Rolle (wie sie auch immer definiert ist) entsprechend wahrzunehmen.
  • Dabei sollte die Person, welche die Vorbereitungen macht, die entsprechenden Mails verschickt und den Ablauf plant auch die Moderation übernehmen.

netucate die x-te - Reflexionen zur Sitzung

Hallo hört ihr mich überhaupt? Jemand da? Ah ich habe den Floor? Mein Netz ist im Augenblick sehr langsam?

Ich hör dich sehr schlecht?
Geht mir auch so.








Der Teilnehmer hat sich verabschiedet.

11.3.06

Erkenntnisse zu Zusammenfassungen



Schon wieder etwas gelernt.

Zusammmenfassungen sind viel sinnvoller, wenn sie durch die Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer gemacht werden und nicht durch mich.

Diese werden selbst aktiv, was eine zusätzliche Festigung des Stoffes bewirkt und ich erhalte ein Feedback, was die Teilnehmenden verstanden haben. Falls es etwas zu korrigieren gibt, kann ich das immer noch machen. Alle erhalten eine Zusammenfassung, welche in anderen Worten präsentiert wird, als ich das könnte und machen würde. Dies kommt der Heterogenität der Lernenden zusätzlich entgegen.
Besonders gut finde ich die Rolle in die ich als Kursleiter gerate. Ich kann die Teilnehmerinnen und Teilnehmer loben, ihre Zusammenfassung schätzen und lerne dabei erst noch ihre Sichtweise kennen.

Dank an die Tutorinnen und Tutoren




Auf Anregung von Elisabeth und mir haben die Tutorinnen und Tutoren den Versuch gewagt, die Aufgabenstellungen zu den Studienbriefen so zu gestalten, dass auch mehr kooperative Formen möglich sind, welche die Ausseinandersetzung mit der Materie zusätzlich fördern, den Austausch über die Landesgrenze begünstigt und den unterschiedlichen Erfahrungs- und Wissenstand (Vigotsky) bzw. die unterschiedliche Sichtweise der Teilnehmenden nutzt (Piaget). Der Kunde nimmt das Angebot sehr gerne wahr.

Ganz herzlichen Dank

Medienkritik

Ich merke schon, ich laufe langsam wieder zu meiner kritischen Form auf, was gleichzeitig auch ein Zeichen von Studierlust ist. Ziel meiner durchaus liebevollen Kritik sind die Grafiken im Studienbrief Didaktik und Methodik.

Wie ich voller Freude lesen konnte, bin ich als Studierender der Kunde und stehe im Mittelpunkt jeglichen didaktischen Tuns. Beim Bade in der Kompetenzwanne konnte ich weiter zur Kenntnis nehmen, dass unter dem Aspekt "methodische Professionalität und Qualität" fachliche Kompetenzen nicht nur auf der theoretischen, sondern gerade auch auf der praktischen Ebene nicht nur gewünscht, sondern gefordert sind. Dies mit dem Ziele dem Kunden, ich nehme an auch dem schwierigen Kunden, wie ich es einer bin, als besondere Herausforderung zu dienen. 1)
Und ebendiese Kompetenzen im Umgang mit Grafiken liessen sich aus Kundensicht durchaus noch verbessern. Findet dieser Kunde doch neben excellenten, gross geschriebenen und deutlich lesbaren Grafiken, pixlige, klein gedruckte und für seine alten Augen schwierig zu lesende Abbildungen, die eine gewisse Diskrepanz zwischen Inhalt und Form des Studienbriefs erkennen lassen. Denn merke: Erwachsene Teilnehmende nehmen kaum etwas so übel wie einen Widerspruch zwischen Worten und Taten. (K.W. Döring, Studienbrief Didaktik und Methodik, S. 25, 2006)

1) An dieser Stelle sein angemerkt, dass sich der Kunde in der Zwischenzeit die Kunst der verschachtelten und doppelt verneinten Satzkonstruktionen einiger Studienbriefautoren bis zu einem gewissen Grad angeeignet hat, in der hoffentlich nicht ganz unberechtigenten Annahme, damit den erforderlichen Eindruck zu erzeugen einfache Sachverhalte genügend komplex formulieren zu können, um als ernsthafter Student druchgehen zu können.

Ferien, Studiums- und Bloggertief


Es ist Zeit wieder einmal einen Eintrag zu schreiben. Neben den Ferien im Engadin hatte ich aber auch ein Studiums- und damit verbunden ein Bloggertief, das jetzt langsam wieder verschwindet. Allerdings, wie beim Wetter, sind die Tiefs abhängig von den Druckverhältnissen. Aber wie der Engländer sagt: There is no foul weather - only inadequate clothing.