Wir publizieren hier exklusiv Ausschnitte aus einem Interview mit einer langjährigen Praktikerin - Frau Silvia Affolter - zum Thema Theorie:
R: Frau Affolter welche Theorien sind für sie in Ihrem Unterricht bedeutsam?
A: Eigentlich brauche ich keine Theorien, wichtig ist mir da Wohl des Kindes.
R. Das heisst sie haben keinerlei theoretischen Hintergrund für ihr pädagogisches Handeln?
A: Wissen Sie mit der Zeit weiss man als erfahrene Lehrerin einfach was wichtig ist.
R: Und was ist Ihnen denn wirklich wichtig, wie planen Sie ihren Unterricht?
A: Wie ich schon gesagt habe, das Wohl des Kindes steht im Mittelpunkt.
R: Und wie würden Sie das Wohl des Kindes definieren?
A: Wichtig sind das Erleben, das Gefühl, viel Handeln, musische Fächer, die grundlegenden Fertigkeiten natürlich auch, wie Lesen, Schreiben - die Kinder müssen sich wohl fühlen.
R: Zum Wohl des Kindes gehört also Lesen und Schreiben?
A: Nein so habe ich das nicht gemeint, sehen Sie es ist eben nicht so einfach das zu beschreiben für Leute, welche von Pädagogik nichts verstehen.
20.1.06
19.1.06
15.1.06
Symetrische und komplementäre Verhältnisse in der Familie
Die komplementären Aspekte im Verhältnis von Eltern und Kindern verändern sich dauernd. Ziel sollte meiner Vorstellung nach eine kontinuierliche Veränderung in Richtung Symetrie der Verhältnisse sein. Im Alter verändern sich die Verhältnisse dann oft wieder in Richtung der komplementären Verhältnisse aber diesmal mit umgekehrten Vorzeichen. Die Eltern werden abhängiger von den Kindern.
Die beschriebene dauernde Veränderung, die zunehmende Reife und Selbständigkeit der Kinder ist für beide Seiten ein schwieriger, aber auch lohnender Prozess. Dabei spielt die Liebe oder Zuneigung eine wichtige Rolle. Sie kann den Prozess unterstützen und Motiv für Veränderung der eigenen Rolle, des eigenen Verhaltens sein. Sie ist aber oft auch eine Quelle für Kränkungen und Verletzungen.
Die Aussagen des Hamburger Modells liessen sich auch auf die Familie beziehen.
Wie in der Schule wird auch in der familiären Umgebung viel zu wenig reflektiert. Der Erfolg von Kriseninterventionsstrategien bei familiären Schwierigkeiten lassen vermuten, dass Reflexion - auch ausserhalb von Krisen - durchaus zu guten Erfolgen führen könnten.
Die beschriebene dauernde Veränderung, die zunehmende Reife und Selbständigkeit der Kinder ist für beide Seiten ein schwieriger, aber auch lohnender Prozess. Dabei spielt die Liebe oder Zuneigung eine wichtige Rolle. Sie kann den Prozess unterstützen und Motiv für Veränderung der eigenen Rolle, des eigenen Verhaltens sein. Sie ist aber oft auch eine Quelle für Kränkungen und Verletzungen.
Die Aussagen des Hamburger Modells liessen sich auch auf die Familie beziehen.
Wie in der Schule wird auch in der familiären Umgebung viel zu wenig reflektiert. Der Erfolg von Kriseninterventionsstrategien bei familiären Schwierigkeiten lassen vermuten, dass Reflexion - auch ausserhalb von Krisen - durchaus zu guten Erfolgen führen könnten.
Textdesign - Verständlichkeitskonzept
Nach Langer, Schultz v. Thun & R. Tausch, 1981 sind folgende Faktoren dafür verantwortlich, dass Texte gut verstanden werden:
Hamburger Verständlichkeitskonzept
(...) In den letzten zehn Jahren habe ich dazu gelernt, dass die Trennung
zwischen engagierter Praxis und distanzierender Theorie so, wie ich
einmal glaubte, nicht ohne Gefahr für ein nicht mehr genügend reflektiertes Handeln und eine nicht mehr genügend handlungsrelevante Theoriebildung durchzuhalten ist und letztlich Motive nur verschleiert.“
oder
Die Trennung zwischen distanzierter Theorie und engagierter Praxis ist eine Gefahr für genügend reflektiertes Handeln bzw. handlungsrelevante Theoriebildung und verschleiert letzlich nur die Motive.
Hamburger Verständlichkeitskonzept
- Einfachheit (Wortwahl, Satzbau)
- Gliederung, Ordnung (Überschriften, Abschnitte)
- Kürze, Prägnanz (Knappheit, Dichte)
- Anregung (direkte Rede, Beispiele, Humor, Spannung)
(...) In den letzten zehn Jahren habe ich dazu gelernt, dass die Trennung
zwischen engagierter Praxis und distanzierender Theorie so, wie ich
einmal glaubte, nicht ohne Gefahr für ein nicht mehr genügend reflektiertes Handeln und eine nicht mehr genügend handlungsrelevante Theoriebildung durchzuhalten ist und letztlich Motive nur verschleiert.“
oder
Die Trennung zwischen distanzierter Theorie und engagierter Praxis ist eine Gefahr für genügend reflektiertes Handeln bzw. handlungsrelevante Theoriebildung und verschleiert letzlich nur die Motive.
14.1.06
Dilemmas der Modelle


Bild eines Gehinrns
Die Wirklichkeit des Unterrichtsalltags ist so komplex, dass sie sich nie komplett durch ein Modell dargestellt lässt. Und trotzdem sind Modelle hilfreich, um den Unterrichtsalltag in einer Sicht zu sehen, die eine gewisse Allgemeingültigkeit hat, sich von der Beliebigkeit der Einzelsituation unterscheidet.Bild eines Modells eines Gehinrns
Das Dilemma besteht darin, dass die Komplexität des Modells immer stärker zu nimmt, je mehr Faktoren des Unterrichts es darzustellen versucht. Die grosse Anzahl von gegenseitig abhängigen Faktoren führt jedoch wiederum zu einer Beliebigkeit, die zu kleine Anzahl von Faktoren zu einer Banalisierung der Aussage.
Die Leistung eines guten Modells besteht darin, einen Mittelweg zwischen Banalität und Komplexität zu finden.
Vermutlich ist das eine der grossen Leistungen menschlicher Gehirne, dass sie diesen Prozess in vieler Hinsicht leisten können.
13.1.06
Wert von Modellen
Nach Walter Popp liegt die eigentliche Produktivität von Modellen darin, dass ein Modell eine bestimmte Perspektive vertritt und damit dazu herausfordert andere Modelle mit anderen Sichtweisen zu generieren.
Ein Modell darf nicht realistisch verstanden werden. sonst verspielt es seine Produktivität.
So habe ich das noch nie gesehen. Damit wäre es also nicht so, dass ein Modell eine möglichst gute Abbildung der Realität darstellen sollte, sondern eine Sicht der Dinge, welche die Eigenheiten dieser Sicht möglichst gut herausgearbeitet hat. Ein anderes Modell würde dann eine andere Sichtweise zeigen, die nicht unbedingt falsch ist oder das erste Modell ausschliesst, sondern versucht die Sache von einer anderen Seite zu sehen.
So könnte man auch die 3 grossen Lerntheorieen anssehen.
Mir gefällt diese Sicht auf jeden Fall, weil sie auf Erkenntnisgewinn aus ist und weil sie der Komplexität von Themen, wie dem Lernen und Lehren angemessen scheint.
Ein Modell darf nicht realistisch verstanden werden. sonst verspielt es seine Produktivität.
So habe ich das noch nie gesehen. Damit wäre es also nicht so, dass ein Modell eine möglichst gute Abbildung der Realität darstellen sollte, sondern eine Sicht der Dinge, welche die Eigenheiten dieser Sicht möglichst gut herausgearbeitet hat. Ein anderes Modell würde dann eine andere Sichtweise zeigen, die nicht unbedingt falsch ist oder das erste Modell ausschliesst, sondern versucht die Sache von einer anderen Seite zu sehen.
So könnte man auch die 3 grossen Lerntheorieen anssehen.
Mir gefällt diese Sicht auf jeden Fall, weil sie auf Erkenntnisgewinn aus ist und weil sie der Komplexität von Themen, wie dem Lernen und Lehren angemessen scheint.
8.1.06
1. Ziel Selbst organisiertes Lernen erreicht
Der erste Schritt ist getan. Das Buch von Virtual Humans von Peter Plantek ist gelesen. Hier ein Link zu seiner Homepage, die allerdings in gewissen Bereichen ziemlich unprofessionell daherkommt.
Die Links auf der Seite sind für Leute, die am Thema interessiert sind, meist lohnenswert.
Das Buch gibt eine Einführung ins Thema virtuelle Menschen. Besonders interessant finde ich den Ansatz eine glaubwürdige Figur zu erschaffen. Peter Plantek geht davon aus, dass virtuelle Figuren möglichst eine eigenständige Persönlichkeit haben sollten, also kleine Macken, Manierismen, Humor. Weiter vertritt er die Ansicht, dass man nicht so tun sollte, wie wenn die Figur menschlich wäre. Fragen nach Lieblingsfilmen, Lieblingsessen sollten also nicht nach "menschlichen" Massstäben beantwortet werden. Es ist allen klar, dass virtuelle Figuren nichts essen, also sollten sie sich auch entsprechend äussern, wenn sie danach gefragt werden.
Seine eigenen Figuren sind gute Beispiele für den von ihm vertretenen Ansatz.
Peter Plantek befasst sich nicht nur mit der Kreation von glaubwürdigen Figuren, sondern auch mit der Wirkung auf die Menschen, mit ethischen und datenschützerischen Problemen, welche auftauchen können.
Problematisch ist der Anspruch des Buches eine Schritt für Schritt Anleitung zur Herstellung einer eigenen virtuellen Figur zu sein. Da das Buch 2003 publiziert worden ist, gibt es bereits Probleme mit der Software. Diese ist zum Teil nicht mehr lauffähig, die Links zu Anbietern von Software existieren nicht mehr oder die Firmen sind verschwunden.
Schritt für Schritt Anleitungen funktionieren nur dann wirklich gut, wenn sie stimmen und genau nachvollzogen werden können. Fällt ein Schritt aus oder ist falsch beschrieben kann eine Programmierung nur sehr selten wirklich nachvollzogen werden, wenn man das Programm nicht sowieso kennt oder durchschaut. In dem Fall ist die Schritt für Schritt Anleitung jedoch überflüssig.
Die Links auf der Seite sind für Leute, die am Thema interessiert sind, meist lohnenswert.
Das Buch gibt eine Einführung ins Thema virtuelle Menschen. Besonders interessant finde ich den Ansatz eine glaubwürdige Figur zu erschaffen. Peter Plantek geht davon aus, dass virtuelle Figuren möglichst eine eigenständige Persönlichkeit haben sollten, also kleine Macken, Manierismen, Humor. Weiter vertritt er die Ansicht, dass man nicht so tun sollte, wie wenn die Figur menschlich wäre. Fragen nach Lieblingsfilmen, Lieblingsessen sollten also nicht nach "menschlichen" Massstäben beantwortet werden. Es ist allen klar, dass virtuelle Figuren nichts essen, also sollten sie sich auch entsprechend äussern, wenn sie danach gefragt werden.
Seine eigenen Figuren sind gute Beispiele für den von ihm vertretenen Ansatz.
Peter Plantek befasst sich nicht nur mit der Kreation von glaubwürdigen Figuren, sondern auch mit der Wirkung auf die Menschen, mit ethischen und datenschützerischen Problemen, welche auftauchen können.
Problematisch ist der Anspruch des Buches eine Schritt für Schritt Anleitung zur Herstellung einer eigenen virtuellen Figur zu sein. Da das Buch 2003 publiziert worden ist, gibt es bereits Probleme mit der Software. Diese ist zum Teil nicht mehr lauffähig, die Links zu Anbietern von Software existieren nicht mehr oder die Firmen sind verschwunden.
Schritt für Schritt Anleitungen funktionieren nur dann wirklich gut, wenn sie stimmen und genau nachvollzogen werden können. Fällt ein Schritt aus oder ist falsch beschrieben kann eine Programmierung nur sehr selten wirklich nachvollzogen werden, wenn man das Programm nicht sowieso kennt oder durchschaut. In dem Fall ist die Schritt für Schritt Anleitung jedoch überflüssig.
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